Mehr Achtung vor den Gegner*innen- ein Plädoyer

17.11.2019

Mehr Achtung vor den Gegner*innen- ein Plädoyer

Das Handballer*innen auf dem Feld nicht grade zur zimperlichen Sorte gehören ist bekannt. Und wer sich für diese Sportart entscheidet benötigt definitiv Nehmerqualitäten. Allerdings sollte Handball nie die Entschuldigung dafür sein, seine Aggressionen auf dem Feld raus zu lassen und damit seine Gegner*innen absichtlich zu schädigen.   In diesem Fall würde sich MMA oder Boxen deutlich besser anbieten. Denn eines muss jedem*r klar sein: Niemand verdient in der Bezirksklasse Geld mit diesem Sport, es ist für alle ein Hobby. Jedem*r auf dem Feld hat einen Job, ein Studium, geht zur Schule, hat Familie und kann sich egal in welchem Umfeld er/sie sich bewegt einen längeren, krankheitsbedingten Ausfall nicht leisten. Besonders nicht, wenn dieser durch ein Hobby verursacht wurde. Selbst der/die verständnisvollste*r Chef*in ist irgendwann mit der Geduld am Ende und die Wahl zwischen Job und Hobby sollte sich niemand stellen müssen, der/die mit zweiterem keinerlei Geld verdient! Daher sind Spiele, die unnötig körperlich ausgetragen werden weder schön anzusehen, noch ein Gewinn für die Spieler/innen. Aus einer Niederlage, die den spielerischen Qualitäten der Gegner*innen geschuldet ist, lässt sich etwas lernen. Eine solche Niederlage kann im Training verarbeitet werden. Eine Niederlage, die auf unnötige Härte auf dem Spielfeld und auf unnötige Fouls zurück zu führen ist, hat keinerlei Lerneffekt. Sie lässt sich im Training zu nichts verarbeiten, denn die Konsequenz daraus wäre: Dann sind wir beim nächsten Mal härter. Aber wollen wir das wirklich sein? Zwei-Minuten Strafen sind im Handball absolut an der Tagesordnung und das ist okay. Doch es ist ein Unterschied, ob man diese Strafe bekommt, weil man durch die Drehung des/der Gegners/Gegnerin dann doch hinten dran gehangen hat, oder ob es darin gipfelt, einer am Boden liegenden Person mit Absicht auf den Oberschenkel zu treten. Oder die Leute an den Haaren nach hinten zu reißen. Mit solchen Aktionen darf man sich gerne bei der UFC melden. Handball ist körperbetont, Handball führt zu blauen Flecken und Abschürfungen und bestimmt auch zu gerissenen Kreuzbändern. Doch durch die eigenen Handlungen bewusst eine größere Verletzung des/der Gegners/Gegnerin zu riskieren, ist unsportlich. Daher sollte sich wohl jede*r ab und an die Frage stellen: Aus welcher Intension spiele ich und wie möchte ich selbst angegangen werden? 

Die Achtung des Gegenübers sollte nie zur Nebensache werden, Achtsamkeit steht jedem/r gut. 

Eine Saison ist nicht nur dann erfolgreich, wenn man viele Spiele gewonnen hat, eine Saison ist auch dann erfolgreich, wenn es möglichst wenige Verletzungen gab, kein Teammitglied größeren Schaden genommen hat und das Team sich „Fairplay“ auf die Fahne schreiben kann. Das Spiel der Damen 2 der SKV am Samstag, den 16.11.2019 gegen BöSi war für die Zuschauer*innen nur schwer zu ertragen. Ruhig sitzen zu bleiben, wenn es auf dem Feld ausartet ist nicht leicht und insgesamt ist die Niederlage der Damenmannschaft nur zu Teilen auf die spielerische Leitung zurück zu führen.   Spielstand: 17:27 In diesem Sinne: Mögen die kommenden Spiele eine verdiente Abwechslung werden.   

Es spielen: Natascha Schmidt(TW), Martina Mattes, Jadi Glavas(2), Melanie Krohn, Sophia Kugel, Valle Rebuli, Semira Kugel(7), Sarah Tsiaussis(1), Nina Rothenbächer, Sassi Burk(4) und Melissa Rapp(3) Auf der Bank blieben völlig ruhig und gelassen: Fabi „Calm down“ Weber und Marcel „Herr Badrian“ Bolay