It´s murder on the Handballhallenfloor

27.10.2019

It´s murder on the Handballhallenfloor

Zwei Handballteams, ein Schiedsrichter und ein paar Fans treffen sich an einem sonnigen Samstag im Herbst in der Halle.

So könnte eine nette Geschichte beginnen oder auch ein Witz. Ein ziemlich schlechter Witz. Ein Witz, der auf Kosten der Gesundheit geht. Doch von Vorne: Am Samstag, den 26.10.2019 ging es für die Damenmannschaft 2 der SKV Rutesheim nach Liechtenstein. Das liegt nicht ganz so weit weg wie Weit-Weit-Weg, ist aber quasi um die Ecke. Dort wurde das Team von der SG Ober-/Unterhausen erwartet, die bis dato bei drei Spielen nur eine Niederlage gegen die aktuellen Tabellenführerinnen aus Schönbuch erlitten hatten.   Womit die Ober-/Unterhosenerinnen wohl nicht gerechnet hatten war, dass sie nach 10 Minuten Spielzeit bereits mit 6:0 gegen die Aufsteigerinnen hinten liegen würden. Die SKVlerinnen gestalteten das Spiel in diesen ersten zehn Minuten mit Köpfchen und Schnelligkeit was ihnen den bequemen Sechs-Tore-Vorsprung bescherte. Zwei schnelle Tore von Außen ließen den Knoten bei den Gegnerinnen platzen, ab jetzt kämpften sie sich Tor für Tor heran. In der zwanzigsten Minute stand es 8:4, neun Minuten später war Ober-/Unterhausen auf 8:7 heran gekommen. Wie gut, dass Sophia sieben Sekunden vor Halbzeitpfiff auf 9:7 Tore traf, so konnte die SKV mit zwei Toren Vorsprung in die Halbzeit gehen. In der Kabine machte sich nun der Unmut breit. Unnötige Ballverluste und Lücken in der Abwehr hatten in den vergangenen Minuten die Moral des Teams auf die Probe gestellt, dazu kam die glänzende Leistung des Schiedsrichters, der auf beiden Seiten gleichermaßen unparteiisch pfiff und unnötig harten Fouls direkt den Riegel vorschob. Über der Kabine hing eine dicke, schwarze Gewitterwolke, kein Wunder das es in der Kabine brodelte, blitzte und donnerte. Funken flogen, Nebel waberte, aus der Toilette ertönte ein fieses Kichern. Drei Hexen rührten fleißig in einem großen, schwarzen Kessel, in dem neben Augen und Ohren (ach deswegen ist Justizia blind…) ein paar Rattenschwänze, Gliedmaße und Fischgedärme schwammen. Es roch nach Kloake, gemischt mit Schweißsocken und drei Wochen vergammeltem Hackbraten. Plötzlich Grabesstille...dann ein Schrei: Eine der Hexen zog triumphierend ein pochendes Herz aus dem Kessel und reckte die triefende Hand in die Höhe. „Das Orakel hat gesprochen. Es prophezeit Blut und Tränen, einen Kampf ums Ganze und einen Sieg“ krächzte sie, dann ein Knall und der Spuk war vorbei. In der Kabine tropften vereinzelt schwarze Tränen von der Decke, doch wo sie aufschlugen blieb nichts als Glitzerstaub. Ein gutes Vorzeichen? Dies würde die zweite Halbzeit, die nun begann, zeigen. Nach knapp acht Minuten erst einmal Ernüchterung. Die SG Ober-/Unterhausenerinnen konnten zum 11:11 ausgleichen, der Vorsprung war nun vollends dahin. Dies schien die Nerven des gesamten SKV Teams auf ein Drahtseil zu schicken. Womit war sonst zu erklären, dass sichere Pässe verworfen wurden und das Zusammenspiel zum Glücksspiel mutierte. Von nun an lieferten sich beide Damenmannschaften ein Kopf an Kopf Rennen. Doch eines gelang den Gegnerinnen nicht: sie schafften es nicht, in Führung zu gehen. Dieses eine Tor, dass es dazu gebraucht hätte blieb ihnen verwert und dies schien den Kampfeswillen der SKV am Leben zu halten. Zweieinhalb Minuten vor Schluss traf Ober-/Unterhosen erneut zum Ausgleich. Spielstand nun: 17 zu 17. Angriff Rutesheim. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren, den Ball oder die Hose, keine verschenkten Pässe, keine unnötigen zwei Minuten kassieren. Vor allem aber: Noch einmal treffen, noch einmal den Gegnerinnen zeigen, dass dieses Spiel nicht mit „Piece of cake“-Mentalität hätte angegangen werden dürfen. Noch 24 Sekunden auf der Uhr und Melissa zeigt, dass sie Mrs.Cool herself ist: Ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen visiert sie das Tor der SG an, im Hintergrund läuft der Soundtrack von „Spiel mir das Lied vom Tod“ , die Halle verdunkelt sich, ein Lichtspot ist auf Melissa und die Torfrau der SG gerichtet. Die Zeit verlangsamt, alles läuft in Zeitlupe ab, die Fans können fast nicht hinsehen. Mrs.Cool zielt, wirft und...TOOOOOOOOR!!!!!! Das Führungstor zum 18:17 ist da und die Sekunden auf der Uhr laufen runter, gnadenlos. Dann die eigentlich erlösende Sirene, das Spiel ist vorbei. Doch die SG bekommt eine letzte Chance. Die Rutesheimerinnen stellen sich zur Mauer auf, schützen Tor und Torfrau. Der letzte Wurf der Ober-/Unterhosenerinnen landet….im Bauch von Semmel. Knallhart abgefangen vom stahlharten Sixpack der Nummer 10. Ein Schelm, wer Absicht unterstellt, schließlich zielt man in solchen Situationen grundsätzlich mittig nach vorne. Wer bei diesem Nervenaufreibenden Spiel ohne weitere Blessuren davon gekommen ist kann dankbar sein. Doch eine echte Kriegerin gießt Alkohol auf ihre Wunden und freut sich auf das Rückspiel in der eigenen Halle. Liebe zahlreiche drei Fans, die ihr mitgefahren seid, ein herzliches Dankeschön für eure Unterstützung. Alle weiteren Fans: Wir sehen uns am 9.11. in der eigenen Halle, wenn ab 14:00 Uhr großer Heimspieltag der SKV ist. Um 14:00 Uhr starten die Herren 2, gefolgt von Damen 1 um 16:00 Uhr, dem Premiumspiel der Damen 2 um 18:00 Uhr und den Herren 1 um 20:00 Uhr.   

Liebes Team: Das eure Nerven gehalten haben ist der Wahnsinn. Wir sind am Spielfeldrand um zahlreiche graue Haare reicher geworden. Dieser Sieg sollte nach Erdbeertorte mit Sahne schmecken: zuckersüß. Denkt bitte daran das nächste Mal eure Zuschauer mit Baldriantee zu versorgen, der soll ja beruhigend wirken. 

Es kämpften: Natascha Schmidt(TW), Martina Mattes (2), Jadi Glavas(2), Lari Levers(1), Sophia Kugel(1), Valle Rebuli(1), Semira Kugel(3), Sarah Tsiaussis(2), Nina Rothenbächer(1), Sassi Burk(1) und Melissa Rapp(4) Auf der Bank alterten im Zeitraffer: Svenja „Granny“ Feigl, Marcel“Grandpa“ Bolay, Fabi“Oldtimer“ Weber und Melanie“the golden Girl“ Krohn